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Unsere Kate kam damals nicht allein mit Bach, Wald und Wiese – auch ein alter Schuppen gehörte dazu, den man wohl Jahrzehnte als Müllhalde verwendet hatte. Wochenlang haben wir Müll getrennt und entsorgt. Zwischen Fernseherverpackungen, Säcken mit undefinierbarem Inhalt und jeder Menge Ölkanister hatten sich aber auch kleine Schätze versteckt. Viele davon hat Art inzwischen in Möbel oder Objekte verwandelt. Manche aber stehen noch im Garten und warten. Sie warten geduldig, bis einem von uns eine Idee kommt, wozu man das alte Bettgestell, die schöne Tür oder die alten Backsteine verwenden könnte. Ich finde es toll, dass unser Grundstück so zu einem Garten der Möglichkeiten wird. Denn viel zu oft verstecken wir uns im Leben doch hinter Träumen. Hinter „Eines Tages“ oder „Wenn ich könnte“s. Und vergessen, dass die meisten Träume Möglichkeiten sind, die wir so aufgreifen könnten. Vielleicht nicht genau in der Form, in der sie uns im Traum erscheinen. Etwas kleiner oder auf die Essenz reduziert ist vieles möglich. Ich könnte aus dem Bettgestell ein Gartentor machen oder ein kleines Sofa. Ich könnte die Tür lila lackieren oder grün. Ich könnte mitten auf der Wiese ein Podium bauen und Lesungen und Konzerte organisieren. Ich könnte meine Träume wahr werden lassen.
Wenn ich es nicht tue, ist es mir vielleicht doch nicht wichtig genug. Oder ich trau mich nicht. Oder ich bin noch nicht so weit. Wie auch immer – möglich wäre es. Danke Garten, dass du mich daran erinnerst!