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Das Dach der alten Reetdachkate ist vermost, die Fenster schlecht, das Fachwerk bröckelig
Die Buschkate vor der Renovierung

„Da hilft nur noch Abriss, das ist ja wohl klar“, sagte der Makler, als er uns zum ersten mal bei der Buschkate herumführte.  „Der Verkaufspreis ist hier nur der Preis für das Grundstück“, fügte er noch hinzu. „Das Haus selbst hat keinen Wert mehr“.
Es war dann auch das Grundstück, in das wir uns als erstes verliebt haben. Dabei war es mitten im Winter, der Wald kahl, die Wiese voll Schnee. Aber als wir da nebeneinander in dieser kargen weißen Landschaft standen, war außer unserem Atem und unseren immer heftiger klopfenden Herzen nur eins zu hören: Der Bach.

Bach im Winter: Äste, die in den Bach hängen, sind vereist.
Der Lachsbach

8 Jahre später: „Da habt ihr aber Glück gehabt!“ rufen Besucher, wenn sie unser Haus zum ersten mal sehen. Bisher habe ich dann immer genickt und etwas in der Art von „Ja, wir sind auch jeden Tag dankbar dafür“ gesagt.  Aber ich habe mir vorgenommen, diese Vorstellung – dass wir Glück hatten, in so einem Haus zu wohnen – jetzt nicht langer zu füttern. In Wirklichkeit war es nämlich wenig Glück, sondern vor allem sehr viel Mut, Abenteuerlust und Arbeit. Wahrscheinlich auch ein gutes Stück Naivität. Aber dazu demnächst mehr.

Die entkernte Kate mit Schutt und Schubkarre.
Im Nachhinein finde ich erstaunlich, wie optimistisch wir auch nach schlechten Nachrichten blieben.
Der Boden der Kate wurde aufgebrochen, um Rohre zu legen.
Tiefpunkte

Die Rettung der Buschschen Kate, wie sie in alten Karten genannt wird, war ein Abenteuer, das wir mit der ganzen Familie eingegangen sind. Von diesem Abenteuer möchte ich in der nächsten Zeit in diesem Blog erzählen. Vielleicht um all denen Mut zu machen, die sich einen Traum verwirklichen wollen. Oder um jenen einen Tritt in den Hintern zu geben, die auf das Glück warten. Und vor allem, um mich selbst noch mal in Ruhe daran zu erinnern, was wir in diesen Jahren getan und erlebt haben. Und daran, dass Glück nicht vom Himmel fällt, sondern mit Phantasie und Schwielen an den Händen gebastelt wird.